Ärztliches Qualitätsmanagement - Modul V
Wissenschaftliche Leitung
Dr. med. Hans-Joachim Bücker-Nott
Prof. Dr. med. Gisbert Knichwitz
Beschreibung
| (Muster-)Kursbuch Ärztliches Qualitätsmanagement | 200 UE | |
| Modul I | Rechtliche Grundlagen | 15 UE |
| Modul II | Terminologie, Grundbegriffe und Grundprinzipien des Qualitätsmanagements | 15 UE |
| Modul III | Qualitätsmanagement als Führungsaufgabe | 25 UE |
| Modul IV | Vorgehen im Qualitätsmanagement | 45 UE |
| Modul V | Spezielle Aspekte des Qualitätsmanagements | 45 UE |
| Modul VI | Qualitätsmanagementsysteme und Qualitätsdarlegungssysteme im Gesundheitswesen | 15 UE |
| Kursbegleitendes Praxisprojekt | 40 UE | |
Das Blended-Learning-Angebot (32 UE) setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
1) eLearning-Phase (18 UE) auf der Lernplattform ILIAS (Start: 4 Wochen vor dem Präsenztermin)
2) Webinar (10 UE) in virtueller Präsenz auf der Lernplattform ILIAS (am 26./27.06.2026)
3) physische Präsenz (17 UE) (am 03./04.07.2026 in Dortmund)
Die Absolventen sind mit den Grundlagen der Qualitäts- und Ergebnismessung vertraut, können diese erläutern und einordnen. Dies befähigt sie, Statistiken, qualitätsbezogene Kennzahlen und Qualitätsindikatoren zu analysieren und zu bewerten und daraus problem- und zielgruppenorientierte Konsequenzen nutzenbringend abzuleiten. Sie kennen die speziellen Aspekte des Risikomanagements im Kontext des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen und sind befähigt, mit Risiken umzugehen. Sie kennen das Konzept der Patientensicherheit und seine Bedeutung für Patienten und Mitarbeiter sowie den Umgang mit Fehlern und die Bedeutung der Sicherheitskultur.
Lerninhalte
Verpflichtende und freiwillige Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären
Versorgung
- Gesetzliche (SGB V und IX) und untergesetzliche Vorgaben zur Qualitätssicherung und Organisation der Qualitätssicherung
- Vorgehensweisen, Methoden und Maßnahmen der Qualitätssicherung (Datenerfassung, -dokumentation und –validierung)
- Bewertung von Auffälligkeiten und Ableitung von Maßnahmen
- Weitere Grundlagen (z. B. Funktionen verschiedener Beauftragter/Kommissionen)
- Zertifikate, Gütesiegel, Qualitätssiegel, Akkreditierungen
- Qualitätssicherung aus Sozialdaten
- Verfahren zur freiwilligen Sicherung der Behandlungsqualität (z. B. Peer Review, überregionale Vergleiche)
- Identifizierung, Bewertung und Minimierung der Risiken in einer Gesundheitseinrichtung sowie Erkennen und Nutzen von Chancen
- Festlegung der Politik, der Strategien und der Ziele einer Gesundheitseinrichtung für das Risikomanagement; Festlegung von Kriterien, nach denen die Risiken eingestuft und bewertet werden; Methoden der Risikoermittlung; Verantwortlichkeiten bei Risikoentscheidungen; Bereitstellung von Ressourcen zur Risikobewältigung; interne und externe Kommunikation über die identifizierten Risiken (Berichterstattung); Qualifikation des Personals für das Risikomanagement
- Konzepte zur Vermeidung von unerwünschten Ereignissen
- Konstruktiver Umgang mit Fehlern und Beinahe-Schäden
- Konzepte für und Umsetzung von Sicherheitskultur
Termine
Ziele
Die Kurs-Weiterbildung vermittelt die Kenntnisse und Voraussetzungen für die Umsetzung eines ärztlichen Qualitätsmanagements. In ihrem Zentrum stehen neben dem Erlernen der theoretischen und rechtlichen Grundlagen auch die Vermittlung der für ein Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung unabdingbaren Instrumente und Werkzeuge sowie deren situationsgerechte Handhabung. Die Kursteilnehmenden werden befähigt, die gesetzlichen Anforderungen für ein ärztliches Qualitätsmanagement umzusetzen, Qualitätsinstrumente anzuwenden und zu vermitteln und damit die Qualität in ihrer Einrichtung mit dem Ziel einer bestmöglichen Versorgungsqualität und größtmöglicher Patientensicherheit zu lenken. Das Risikomanagement und die Patientensicherheit als elementare Bestandteile des Qualitätsmanagements nehmen hierbei einen besonderen Stellenwert ein. Ethische und philosophisch-methodische Grundlagen im Sinne des „Choosing Wisely“ und „Shared Decision Making“ werden u. a. im Kontext der Evidenzbasierten Medizin und vor dem Hintergrund einer sich ändernden Versorgungslandschaft in Deutschland betrachtet. Ein weiteres wesentliches Thema ist die verantwortungsvolle Patientenversorgung auf höchstmöglichem Evidenzniveau unter Berücksichtigung der jeweiligen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Der hohe Veränderungsdruck, dem die verschiedenen Bereiche der Patientenversorgung ausgesetzt sind, betont den zunehmenden Stellenwert des Qualitätsmanagements als Führungsaufgabe. Der Kursteilnehmende wird befähigt, die Führungsebene aktiv einzubinden sowie Entscheidungen vorzubereiten und umzusetzen. Dafür werden Kenntnisse im Projekt-, Prozess- und Change-Management sowie in der Gesprächsführung mit dem Schwerpunkt auf Kommunikationsarten und dem Rollenverständnis von Gesprächspartnern vermittelt. Ein wichtiger Bestandteil des Kurses ist der praktische Bezug zum Qualitätsmanagement im ärztlichen Alltag. Kursinhalte werden durch praktische Beispiele veranschaulicht und von den Teilnehmern in einem kursbegleitenden Praxisprojekt umgesetzt. Das Qualitätsmanagementprojekt wird in der jeweiligen Einrichtung, in denen die Kursteilnehmenden tätig sind, bearbeitet und im Kurs mit gezieltem Coaching und Gruppenarbeiten begleitet.
Zielgruppe
Hinweis
| ZWB Ärztliches Qualitätsmanagement | |
| Definition | Die Zusatz-Weiterbildung Ärztliches Qualitätsmanagement umfasst die Grundlagen für eine kontinuierliche Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen in der medizinischen Versorgung. |
| Mindestanforderungen gemäß § 11 MWBO |
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- Zeugnis über die 24 Monate Weiterbildung in einem Gebiet,
- Nachweis über die 200 Stunden Kurs-Weiterbildung gem. § 4 Abs. 8 (siehe auch Kapitel 2.2) in Ärztliches Qualitätsmanagement,
- Logbuch-Dokumentationen über alle in der Weiterbildungsordnung vorgegebenen Weiterbildungsinhalte.
Diese Kurs-Weiterbildung kann auch als ärztliche Fortbildung absolviert werden.
Das kursbegleitende Praxisprojekt beinhaltet eine selbstständige Projekterarbeitung im Umfang von bis zu 30 Unterrichtseinheiten. Dies umfasst die Vorbereitung, Projektauswahl, Erstellung der Projektunterlagen sowie die Durchführung des Projektes (Vor-Ort-Gespräche, Projektsitzungen, Erstellen von Unterlagen, Durchführen von Befragungen, Auswertung von Ergebnissen oder Ähnliches). Die Projektarbeit soll sich auf ein Qualitätsthema aus dem Arbeitsbereich des Kursteilnehmers beziehen. Das Projekt wird darüber hinaus im Kurs durch gezielte Vorbereitung, Übungen und Gruppenarbeiten in einem Umfang von mindestens 10 Unterrichtseinheiten begleitet und beinhaltet Gruppen- und Kursleiterfeedback.
Kooperationspartner

Adresse
Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen
Hörder Burgplatz 1
44263 Dortmund