Deeskalationstraining für Beschäftigte im Gesundheitswesen [FS15]
Wissenschaftliche Leitung
Dr. med. Patricia Kalle-Droste
Beschreibung
Im Gesundheitswesen leisten eine Vielzahl an Funktions-tragenden täglich wichtige Arbeit für unser gesellschaftliches Leben und ihre Gesundheitsfürsorge. Ihr Einsatz und Engagement verdienen neben der Anerkennung, auch den Schutz vor Gefahren und Belastungen, die mit ihren verantwortungsvollen Aufgaben einhergehen. Gewaltschutz ist komplex und umfasst verschiedene Facetten. Es gibt viele Handlungsmöglichkeiten, um Gewalt vorzubeugen, mit Vorfällen umzugehen oder Betroffenen im Nachgang Unter-stützung zu bieten. Neben baulich technischen oder strukturellen Voraussetzungen, innerhalb der Organisation, spielen auch persönliche Einstellungen, Kommunikation oder Verhaltensweisen der Beschäftigten eine wichtige Rolle. Gut vorbereitete Beschäftigte sind handlungssicher, motiviert, resilient und in der Lage, konfliktfreier mit Bürgern umzugehen. Dazu zählt, dass diese über Gefährdungen informiert und entsprechend ihrer Qualifikation und persönlichen Voraussetzungen (z. B.: Konstitution, Alter, etc.,) unterwiesen sind. Folglich muss gewährleistet sein, dass Beschäftigte in der Lage sind, professionell und handlungssicher mit Gefährdungen umzugehen. Durch Fortbildungen werden sie qualifiziert, Gefahrensituationen entgegenzuwirken oder diese rasch und zielgerichtet zu bewältigen.
Unter der Beteiligung der Kooperationspartnern #sicherimDienst, Polizei Nordrhein-Westfalen, dem Klinikum Leverkusen und der Ärztekammer Nordrhein wurden auf Grundlage bestehender Programme zwei gemeinsame Fortbildungskonzeptionen als Curriculum für das Gesund-heitswesen weiterentwickelt. Sie geben Empfehlungen zur Struktur sowie fachlich-inhaltlicher und methodisch-didaktischer Umsetzung von Gewaltschutztrainings für Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie für die Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern. Der Begriff „Deeskalationstrainer“ ist definiert als Qualifizierungen von Trainerinnen und Trainern, die andere Beschäftigte zum Thema Gewaltschutz fortbilden („train the trainer“- Maßnahmen).
Inhalt eLearning-Phase (2 UE)
- Gewaltereignisse dokumentieren und Nachsorgemaßnahmen
- Organisation Gewaltschutz und Recht
Inhalt Präsenz (9 UE)
Modul III: Ergreifen von Notfall/ Interventionsmaßnahmen Deeskalation in Konfliktbeladenen Situationen, Gefahrenbewusstes Verhalten, Verhaltensregeln bei Handgreiflichkeiten anwenden, Handlungs-sicherheit in Hochstresssituationen, Selbst- und Fremdschutz
Modul IV: Gewaltereignisse dokumentieren und Nachsorgemaßnahmen Notfallpläne, Informationsangebot, Öffentlichkeit erzeugen, Unfallanzeige, Strafanzeige, Hausverbot, Nachsorgekonzept, interne externe Betreuung, Gefahrenanalyse, Defizite erkennen und beheben
Modul V: Organisation Gewaltschutz und Recht Grundsatzerklärung gegen Gewalt, Regelung für Bürger mit anderen Nationalitäten, Funktionsbezogene E-Mail- Adressen, Organisatorische Regeln bei Alleinarbeit, Arbeiten mit Terminen, Notfall-pläne, Hausrecht Gefahrenbewusste Büro-einrichtung, Gestalten Wartezonen, Zutritts-kontrolle, Infostellen, Infosysteme, Beleuchtung, Alarmsysteme, Öffentlichkeit, Fluchtwege
WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG
Dr. med. Patricia Kalle-Droste, Minden, FÄ für Orthopädie und Unfallchirurgie, ZB Klinische Akut- und Notfallmedizin, Ärztliche Leitung Notaufnahme Johannes Wesling Klinikum Minden
Termine
Zielgruppe
Ärztinnen und Ärzte, MFAs, Angehörige anderer Medizinischer Fachberufe sowie Interessierte
eLearningzeiten
Adresse
Borkumer Fort- und Weiterbildungswoche
Veranstaltungsort noch offen 0
26757 Borkum