19.12.2026 - 21.02.2027
#6897
Qualifikation Deeskalationstrainer im Gesundheitswesen
Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. med Marc Busche
Jessica Alica Odenthal
Beschreibung
Im Gesundheitswesen leisten eine Vielzahl an Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern täglich wichtige Arbeit für unser gesellschaftliches Leben und ihre Gesundheitsfürsorge. Ihr Einsatz und ihr Engagement verdienen nicht nur Anerkennung, sondern auch den Schutz vor Gefahren und Belastungen, die mit ihren verantwortungsvollen Aufgaben einhergehen.
Gewaltschutz ist komplex und umfasst verschiedene Facetten. Es gibt eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten, um Gewalt vorzubeugen, mit Vorfällen umzugehen oder den Betroffenen im Nachgang Unterstützung zu bieten. Neben baulich technischen oder strukturellen Voraussetzungen innerhalb der Organisation spielen auch persönliche Einstellungen, Kommunikation oder Verhaltensweisen der Beschäftigten eine wichtige Rolle.
Gut vorbereitete Beschäftigte sind handlungssicher, motiviert, resilient und in der Lage, konfliktfreier mit den Bürgerinnen und Bürgern umzugehen. Dazu zählt, dass diese über mögliche Gefährdungen informiert und entsprechend ihrer Qualifikation und persönlichen Voraussetzungen wie Konstitution und Alter unterwiesen sind. Folglich muss gewährleistet sein, dass Beschäftigte in der Lage sind, professionell und handlungssicher mit Gefährdungen umzugehen. Durch Fortbildungen können sie qualifiziert werden, Gefahrensituationen entgegenzuwirken oder diese rasch und zielgerichtet zu bewältigen.
Unter Beteiligung von Kooperationspartnern von #sicherimDienst wie Polizei Nordrhein-Westfalen, des Klinikum Leverkusen und der Ärztekammer Nordrhein wurden auf Grundlage bestehender Programme zwei gemeinsame Fortbildungskonzeptionen als Curriculum für das Gesundheitswesen weiterentwickelt. Sie geben Empfehlungen zur Struktur sowie fachlich-inhaltlicher und methodisch-didaktischer Umsetzung von Gewaltschutztrainings für Beschäftigte sowie für die Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern.
Gut vorbereitete Beschäftigte sind handlungssicher, motiviert, resilient und in der Lage, konfliktfreier mit den Bürgerinnen und Bürgern umzugehen. Dazu zählt, dass diese über mögliche Gefährdungen informiert und entsprechend ihrer Qualifikation und persönlichen Voraussetzungen wie Konstitution und Alter unterwiesen sind. Folglich muss gewährleistet sein, dass Beschäftigte in der Lage sind, professionell und handlungssicher mit Gefährdungen umzugehen. Durch Fortbildungen können sie qualifiziert werden, Gefahrensituationen entgegenzuwirken oder diese rasch und zielgerichtet zu bewältigen.
Unter Beteiligung von Kooperationspartnern von #sicherimDienst wie Polizei Nordrhein-Westfalen, des Klinikum Leverkusen und der Ärztekammer Nordrhein wurden auf Grundlage bestehender Programme zwei gemeinsame Fortbildungskonzeptionen als Curriculum für das Gesundheitswesen weiterentwickelt. Sie geben Empfehlungen zur Struktur sowie fachlich-inhaltlicher und methodisch-didaktischer Umsetzung von Gewaltschutztrainings für Beschäftigte sowie für die Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern.
Der Begriff „Deeskalationstrainer“ ist definiert als Qualifizierungen von Trainerinnen und Trainern, die andere Beschäftigte zum Thema Gewaltschutz fortbilden („train the trainer“- Maßnahmen).
Module der Qualifikation
Einstieg
- Einführung, Hintergrundwissen
Modul 1
- Rechtliche Grundlagen z. B. Hausrecht, Hausverbot, Notwehr, Nothilfe, Einsatz von Waffen, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsrecht, Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz
- Aufbau und Struktur einer Fortbildungsveranstaltung, Aspekte der Erwachsenenpädagogik
Modul 2
- Folgen von Gewalt
- Erkennen von Gewalt "Gefahrendradar"
- Ursachen von Gewalt
- Grundlagen menschlichen Handelns
Modul 3
- Technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen des Gewaltschutzes
Modul 4
- Grundlagen der Kommunikation im Kontext von Gewaltschutz
- Kommunikation in schwierigen Situationen und deren Vermittlung
Modul 5
- Grundlagen der Stresstheorie und ihre Bewältigungsstrategien
- Umgang mit Stress, Erkennen, individuelle Lösungsstrategien
- Deeskalationsstrategien und ihre Umsetzung
- Vermittlung von Schutztechniken
Modul 6
- Nachsorge, Hilfsangebote, Lösungswege umsetzen
- Grundlagen der Reflexivität
- Abschlusskolloquium mit Lernerfolgskontrolle
Termine
Ziele
Gewaltschutztrainings sollen Beschäftigte durch Wissen und Einstellungen sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Lage versetzen, auch in schwierigen und gefährlichen Situationen handlungssicher zu sein und zu bleiben und Sicherheitsstörungen erfolgreich zu bewältigen. Einen zentralen Aspekt bilden hierbei das Thema Stress sowie der Umgang mit Belastungen.
Ziele der Kompetenzvermittlung nach Modulen
Modul 1
- Die Teilnehmenden können rechtliche Grundlagen im Kontext von Deeskalation und Gewalt abstrahieren. Sie können diese auf konkrete Sachverhalte der Teilnehmenden anwenden und die sich daraus ergebenen Inhalte handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden kennen Grundzüge der Didaktik und Planung einer Erwachsenenfortbildung und können diese handlungssicher ausführen.
Modul 2
- Die Teilnehmenden antizipieren die Folgen von Gewalt und können diese handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden können Gewalt identifizieren und auf konkrete Sachverhalte abstrahieren. Sie können die sich daraus ergebenen Folgerungen und Inhalte handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden kennen die Ursachen von Gewalt, können diese identifizieren und auf konkrete Sachverhalte abstrahieren und die sich daraus ergebenen Folgerungen und Inhalte handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden beherrschen die komplexen Grundlagen menschlichen Handelns und können diese handlungssicher vermitteln.
Modul 3
- Technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen des Gewaltschutzes
Modul 4
- Die Teilnehmenden beherrschen Grundlagen und Schwerpunkte der Kommunikation im Kontext von Gewaltschutz und können diese handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden beherrschen die Grundlagen und Maßnahmen der Kommunikation in schwierigen Situationen, wie z. B. psychische Ausnahmesituationen, und können diese handlungssicher anwenden.
Modul 5
- Die Teilnehmenden beherrschen Grundlagen und Schwerpunkte der Ursachen und Folgen von Stress und deren Bewältigungsstrategien und können diese handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden erkennen Lösungsstrategien der späteren Endanwenderinnen und Endanwender und können auch komplexe Lösungen antizipieren und handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden beherrschen Deeskalationsstrategien und können diese handlungssicher vermitteln.
- Die Teilnehmenden sind in der Lage, angemessene Schutztechniken handlungssicher zu vermitteln.
Modul 6
- Die Teilnehmenden erfassen die Notwendigkeit der Nachsorge, identifizieren für die eigenen Situationen die unterstützenden Hilfsangebote und können Lösungswege handlungssicher umsetzen und vermitteln.
- Die Teilnehmenden beherrschen die Grundlagen der Reflexivität und können diese handlungssicher vermitteln.
Zielgruppe
Gewaltschutztrainings erfordern grundsätzlich kein differenziertes Vorgehen bezogen auf die Art der Gesundheitseinrichtung. Maßgebend sind eine genaue Analyse der spezifischen, organisationalen Rahmen-
bedingungen und ein ganzheitlicher Ansatz der Fortbildungsmaßnahme unter Berücksichtigung weiterer Gewaltschutzmaßnahmen.
Angesprochen sind schwerpunktmäßig die ärztlichen und pflegerischen Berufsgruppen in Klinik und Praxis sowie die Gruppe der Medizintechnischen Fachangestellten im Gesundheitswesen.
bedingungen und ein ganzheitlicher Ansatz der Fortbildungsmaßnahme unter Berücksichtigung weiterer Gewaltschutzmaßnahmen.
Angesprochen sind schwerpunktmäßig die ärztlichen und pflegerischen Berufsgruppen in Klinik und Praxis sowie die Gruppe der Medizintechnischen Fachangestellten im Gesundheitswesen.
Zielgruppen nach Fortbildungsart
Es werden zwei Arten von Fortbildungen unterscheiden:
- Trainings für Beschäftigte als so genannte „Endanwender“
- Qualifizierungen von Trainerinnen und Trainern, die andere Beschäftigte zum Thema Gewaltschutz fortbilden („train the trainer“-Maßnahmen).
Teilnahmevoraussetzungen
Grundvoraussetzung für diese Fortbildung ist, dass die zu qualifizierenden Trainerinnen und Trainer über Grundzüge der Didaktik für die Erwachsenenbildung verfügen. Dazu sollten sie bereits über Vorerfahrungen oder Qualifizierungen im Bereich verhaltensorientierter Fortbildung verfügen.
Sofern Trainerinnen oder Trainer keine Vorerfahrungen haben, muss, im Sinne einer Grundqualifizierung, erst das Gewaltschutztraining für Beschäftigte absolviert und nachgewiesen sein. Erst daran anschließend kann die Qualifizierung zu Trainierinnen und Trainern erfolgen.
Das erste eigenständige Training sollte zudem durch eine erfahrene Lehrperson begleitet werden.
Sofern Trainerinnen oder Trainer keine Vorerfahrungen haben, muss, im Sinne einer Grundqualifizierung, erst das Gewaltschutztraining für Beschäftigte absolviert und nachgewiesen sein. Erst daran anschließend kann die Qualifizierung zu Trainierinnen und Trainern erfolgen.
Das erste eigenständige Training sollte zudem durch eine erfahrene Lehrperson begleitet werden.
eLearningzeiten
folgt
Abschluss/Lernerfolgskontrolle
Die Teilnehmenden der curricularen Fortbildung „Qualifikation Deeskalationstrainer im Gesundheitswesen“ schließen diese Fortbildung mit einer Lernerfolgskontrolle ab.
Kooperationspartner
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit "Sicher im Dienst" statt.
Adresse
Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und der KVWL
Gartenstr. 210 - 214
48147 Münster