Zusatz-Weiterbildung Sexualmedizin - Modul III - Behandlungsprinzipien und Techniken in der Sexualmedizin
Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer
Dr. med. Anja Potthoff
Priv.-Doz. Dr. Jörg Signerski-Krieger
Beschreibung
Modul I - Grundlagen der Sexualmedizin
- Sprechen über Sexualität, Umgang mit Hemmungen, Scham und Tabus
- Gendergerechte Kommunikation
- Kulturspezifische Kommunikation bei Sexualität
- Erhebung einer Sexualanamnese (welche Besonderheiten bei welchen Erkrankungen)
- Techniken einzel- oder paarbezogener gesprächsbasierter Interventionen
- Überblick über Sexualpsychotherapie
- Umgang mit Psychologischer Testung (ggf. nur in der theoretischen Vermittlung)
- Interpretation von Labordiagnostik
- Altersstufengerechte Kommunikation (Jugendliche)
- Allgemeine Techniken der Sexualberatung
- Einzel- oder paarbezogene Beratungstechniken, die auf das sexuelle Erleben und Verhaltenseingehen, indem sie damit verknüpfte Schwierigkeiten sowie Einschränkungen der sexuellen und partnerschaftlichen Beziehungszufriedenheit thematisieren und zu deren Überwindung beitragen. Dabei gilt es, an den Grundbedürfnissen der Patienten (nach Annahme, Vertrauen, Sicherheit, Entwicklungsförderung etc.) anzusetzen und deren (Wieder-)Erfüllung zu ermöglichen.
- Fachspezifische sexualmedizinische Gesprächsinterventionen bei einer Sexualstörung, auch im Gefolge anderer Erkrankungen und Störungen bzw. deren Behandlung und/oder im Zusammenhang mit Geschlechtsinkongruenz
- Spezifische Techniken bei:
- STI (Prävention und bei einer Infektion)
- Impfen etc.
- Verhütung
- Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen (Motivation)
- Umgang mit sexuellem Missbrauch
- Sexualität und Krebs
- Umgang mit Stigmatisierung bezüglich Geschlechtlichkeit und Sexualität
- Beratung beim Outing (in Bezug auf sexuelle Orientierung, sexuelle Präferenz und Geschlechtlichkeit)
- Beratung im forensischen Kontext
- Psychische Symptome durch somatische sexualmedizinische Erkrankungen
- Beratung zu Therapieoptionen sowie Therapiestrategien bei sexuellen Dysfunktionen
- Überblick mit Übungen (erotischer Raum, Spiegelübungen, Rollenspiele mit Fällen, systemische Übungen, schwierige Patientinnen und Patienten)
- Distanzregulierung
- Therapiebegleitende Medikamente zur Behandlung von sexuellen Schwierigkeiten (PDE5-Hemmer), Psychotherapie und andere begleitende Therapien (Physio-, Soziotherapie...), Beratung, Aufklärung
- Paraphilien
- Sexarbeit
- Psychische Erkrankungen und Sexualität
- Trauma
- Einführung in die Fallarbeit
- Persönliche Ethik, Selbstreflektion
Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer
Frau Dr. med. Anja Potthoff
Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin, WIR - Walk In Ruhr, St. Elisabeth-Hospital, Bochum
Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Signerski-Krieger
Ambulanz für Sexualmedizin und Sexualtherapie, Universitätsmedizin Göttingen, Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS), Göttingen
Christoph Ellers, B.A. Leiter Ressort Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Münster
Dokumente
Termine
Zielgruppe
Teilnahmevoraussetzungen
Hinweis
Der Kurs ist als Nachweis der theoretischen Kenntnisse für die Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids § 135 Abs. 2 SGB V zur spezialisierten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit HIV-Infektion/Aids-Erkrankung (40 Fortbildungspunkte innerhalb von 3 Jahren vor Antragstellung) in Westfalen-Lippe anerkannt.
Teilnehmende, die bereits eine Genehmigung zur Teilnahme an der Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/AIDS nach § 135 Abs. 2 SGBV haben, können mit dem Kurs den Nachweis zur Teilnahme an der Vereinbarung über die HIV-Präexpositions-prophylaxe (PrEP) zur Prävention einer HIV-Infektion gemäß § 20j SGB V erbringen (30 Fortbildungspunkte).
Mindestanforderungenfür die ZWB Sexualmedizin gemäß § 11 MWBO
- Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung und
zusätzlich - 80 Stunden Kurs-Weiterbildung in psychosomatischer Grundversorgung oder Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie oder Zusatz-Weiterbildung Psychoanalyse und
zusätzlich - 120 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Sexualmedizin gemäß (Muster-)Kursbuch der Bundesärztekammer und
zusätzlich - 120 Stunden (bzw. 60 Stunden für Kammerangehörige der ÄKWL) Fallseminare unter Supervision
Die Fallseminare können durch 6 Monate Weiterbildung unter Befugnis an Weiterbildungsstätten ersetzt werden.
eLearningzeiten
Abschluss/Lernerfolgskontrolle
Nach erfolgreich bestandener Lernerfolgskontrolle erhalten die Absolvierenden einen Nachweis über die Teilnahme des Moduls I Grundlagen der Sexualmedizin gem. Kurs-Weiterbildung Sexualmedizin und darüber hinaus erhalten Ärztinnen und Ärzte aus Westfalen-Lippe das Zertifikat "Sexuelle Gesundheit und Sexuell übertragbare Infektionen (STI)" der Ärztekammer Westfalen-Lippe.
Kooperationspartner
Adresse
Ärztekammer Westfalen-Lippe
Gartenstraße 210-214
48147 Münster