01.01. - 31.12.2023#12345
Osteopathische Verfahren
Beschreibung
Die Manuelle Medizin umfasst im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes die interdisziplinäre Anwendung ihrer diagnostischen und therapeutischen Techniken zur Erkennung und Behandlung gestörter Funktionen des Bewegungssystems und der davon ausgehenden Beschwerden. Dabei finden auch Verkettungen von Funktionsstörungen innerhalb des Bewegungssystems, vertebroviszerale, viszerovertebrale, viszerokutane sowie psychosomatische Einflüsse ihre angemessene Berücksichtigung.
Die Curriculare Fortbildung gemäß BÄK-Curriculum „Osteopathische Verfahren“ wurde gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM)
e. V. entwickelt.
Themen
Modul I
- Einführung in konzeptionelle Überlegungen zu osteopathischen Verfahren, Grundlagen der osteopathischen Diagnostik
- Philosophie der Osteopathie, osteopathische Begriffe und Definitionen, Neurophysiologische Grundlagen, Einführung in die Counterstrain Techniken (schmerzfreie Re-Positionierung), Muskelenergietechniken, myofasziale Techniken
- Einführung in osteopathische Untersuchungsgänge, Einführung in viszerale und craniale Techniken
- Grundlagen der Integration osteopathischer Techniken in die Praxis, Erstellen eines osteopathischen Behandlungsplans
Modul II
- Grundlagen Counterstraintechnik, Erklärungsmodell zur Entstehung von Tenderpoints, Bedeutung und Lokalisation an Rumpf und Extremitäten
- Erlernen der Untersuchung zum Auffinden von Tender Punkten und die präzise therapeutische Einstellung an den Körperregionen des Rumpfes und der Extremitäten
- Einordnung der Counterstrain- Techniken in ein osteopathisches Gesamtbehandlungskonzept und Abgrenzung zu anderen Reflexpunktsystemen
- Integration der Counterstrainbehandlung in die tägliche Praxis anhand klinischer Beispiele
Modul III
- Grundlagen und Einführung in myofasziale Techniken, 1. Teil: Grundlagen und Anwendung bei ausgewählten, häufigen und praktisch relevanten osteopathisch erhobenen Befunden
- Myofasziale Diagnostik: Einführung in die myofasziale Behandlung, palpatorische Wahrnehmung der Gewebeantwort auf therapeutische Reize, Einführung wichtiger Grundkonzepte der osteopathischen Medizin in Bezug zu myofaszialen Release-Techniken, Grundlagen des myofaszialen Konzeptes, Balance-Barriere Konzept, Tension, Traction, Twist-Konzept
- Erlernen der palpatorischen Fertigkeiten, eine myofasziale Funktionsstörung regional und in Bezug zum gesamten Körper zu diagnostizieren
Modul IV
- Muskelenergietechnik (MET) 1
- Einführung in das Prinzip der Muskelenergietechnik, Neurophysiologische Wirkung, die Bedeutung der Barriere und weiterer Schlüsselelemente in der Muskelenergietechnik, Definition der somatischen Dysfunktion
Modul IV
- Anwendung der Prinzipien der Muskelenergietechnik in verschiede-nen Körperregionen
- Konzeptionelle Überlegungen zu Muskelenergietechniken, Grundla-gen der osteopathischen Diagnostik und Anwendung der Mus-kelenergietechniken im Bereich des Achsenskelettes
Modul V
- Muskelenergietechnik (MET) 2
- Grundlagen der Muskelenergietechnik im Bereich des Beckens und des Thorax (einschl. Rippen)
- Verfeinerung der diagnostischen Fertigkeiten von somatischen Dysfunktionen, Integration in die tägliche Praxis
Modul VI:
- Myofasziale Techniken, 2. Teil: myofasziale Konzepte für Fortge-schrittene, theoretische und praktische Anwendung, Faszien-Anatomie, Biomechanik der Faszien, Faszienketten
- Einführung des Begriffes Tensegrity in der Osteopathie
- Vertiefung der palpatorischen Fähigkeiten in myofaszialen und neurofaszialen Systemen, Verkettungen von Funktionsstörungen, Indikationen und Kontraindikationen
- Erlernen direkter, indirekter und kombinierter myofaszialer Behand-lungsprinzipien, Anwendung der myofaszialen Therapie an ver-schiedenen Körperregionen
- Die Integration myofaszialer Techniken in die manualmedizinische Behandlung mit HVLA und anderen artikulatorischen Techniken
Modul VII:
- Untersuchung und Behandlung funktioneller somatischer Störun-gen des Bewegungssystems mit Schwerpunkt auf den Übergangs-regionen mit Faciltitated Positonal Release und Einführung in Still-techniken
- Verfeinerung der Untersuchungstechniken und der Palpation in der osteopathischen Diagnostik
Modul VIII:
- Parietale Integration, Verkettung von Funktionsstörungen
- unter Einbeziehung des kranialen und viszeralen Systems sowie Integration unterschiedlicher osteopathischer Techniken in die Be-handlung von komplexen Funktionsstörungen
- Osteopathische Sprechstunde
Zielgruppe
Ärztinnen und Ärzte
Teilnahmevoraussetzungen
- Approbation als Arzt bzw. Ärztin
- Facharztausbildung
- Zusatz-Weiterbildung (ZW) „Manuelle Medizin/Chirotherapie“
Die Teilnahme an der Strukturierten curricularen Fortbildung „Osteopathische Verfahren“ kann parallel zur Zusatz-Weiterbildung erfolgen. Das Zertifikat „Osteopathische Verfahren“ erhalten die Teilnehmenden nach Erwerb der Zusatz-Weiterbildung „Manuelle Medizin/Chirotherapie“
eLearningzeiten
Die eLearning-Inhalte werden den Teilnehmenden jeweils 4 Wochen vor dem praktischen Teil zur Verfügung gestellt.
Abschluss/Lernerfolgskontrolle
Die vollständig absolvierte Strukturierte curriculare Fortbildung „Osteopathische Verfahren“ schließt mit einer schriftlichen Lernerfolgskontrolle und einer mündlich/praktischen Prüfung in Form eines „kollegialen Gespräches“ ab.
Die Fortbildung schließt für Ärztinnen und Ärzte aus dem Kammerbereich Westfalen-Lippe mit dem ankündigungsfähigen Zertifikat „Osteopathische Verfahren“ der Ärztekammer Westfalen-Lippe ab. Ärztinnen und Ärzte aus anderen Kammerbereichen erhalten eine Teilnahmebescheinigung.
Kooperationspartner
Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM) e. V. durchgeführt.
Tags
Manuelle MedizinBewegungsapparatOsteopathische TechnikenOsteopathie